Schwester Joela Krüger

Stimme in der Wüste

Stimme in der Wüste

Etwas lag in der Luft und musste geschehen. Und es geschah, der Berufene für diese Stunde kam. Werbung war überflüssig. Er erreichte die Menge – viele einfache Leute sammelten sich um ihn, aber auch die geistliche Führungs-schicht und Bildungselite scheute die Anreise nicht. Sie kamen von allen Seiten an den Jordan, niemand wollte ihn verpassen.

Sein Auftreten war provozierend, schockierend. Keine billigen Worte irgendwelcher Sorte. Er rief zur Entscheidung auf. Die Botschaft war deutlich, abseits von politischer Korrektheit, ohne die allgemeinen Verbindlichkeiten. Er sprach von Himmel und Hölle, schonungslos aufdeckend, selbst vor den geistlichen Würdenträgern scheute er sich nicht. Er fürchtete Gott mehr als die Menschen. Im wahren Sinn des Wortes war seine Botschaft wie ein Hammer. „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, sagt der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zertrümmert?“ (Jer 23,29)

Er redete wie jemand, der Vollmacht hatte. Seine Worte trafen ins Schwarze, und die sich treffen ließen, stellten die entscheidende Frage: „Was sollen wir tun?“ Sie hatten begriffen, dass Umkehr mit Lebensveränderung zu tun hat. Nicht irgendwann mal, sondern heute. Doch die sich nicht treffen lassen wollten, setzten seinen Namen auf die „Schwarze Liste“. Das ruhmlose Ende seines Lebens war vorprogrammiert. Es kostete damals genau so viel wie heute.

Johannes der Täufer, der letzte Märtyrer vor der Kreuzigung Jesu – herangewachsen in der Wüste, nach Gottes Plan vorbereitet, vom Heiligen Geist erzogen, ohne Illusionen, ohne sich zu schonen nannte er Sünde beim Namen. Ohne Ablenkungen trainiert, abgesondert von der Welt, doch vorbereitet für die Welt, kannte er Jesus von Anfang an, ohne Ihn zu kennen. Als Wegweiser Gottes wies er hin auf das „Lamm“, das die Sünden der Welt hinweg trägt. Seine Freude war übergroß, als „Freund des Bräutigams“ in den Schatten zu treten. Die Stunde des Größeren war gekommen – die Stunde der Erfüllung.

HERR, erwecke auch in unserer Stunde noch einmal eine „Johannes der Täufer“-Generation, Dich Liebende ohne Menschenfurcht, wahre „Freunde des Bräutigams“, die Dir einen Weg bahnen in der Wüste unserer Zeit. Lass den „Hammer Deines Wortes“ auch mein Herz zerbrechen, damit Du bei mir wohnen und mich einbauen kannst als „lebendigen Stein“ in den heiligen Tempel Deiner Gemeinde. Amen.
Jes 57,14-15 / 1 Pt 2,4-5
Schwester Joela Krüger

Jona – Ein Prophet auf der Flucht

Jona – Ein Prophet auf der Flucht

Jona hatte von Gott einen schweren Auftrag bekommen, den er zutiefst ablehnte. Er hatte keine Lust, Feinde vor ihrem Untergang zu warnen. Jona floh, verkroch sich im Bauch eines auslaufenden Schiffes und schlief. Mit einem ungehorsamen Propheten an Bord kam die Schiffsbesatzung in größte Not. Schließlich schrie jeder zu irgendeinem Gott, doch keiner hörte sie.

Da fiel ihnen ein merkwürdiger Passagier ein, der von all den Turbulenzen nichts mitbekommen hatte – vielleicht würde sein Gott reagieren. Sie rissen ihn unsanft aus dem Schlaf. Da half ihm kein Verstecken mehr, durchs Los kam klar heraus, um wen es ging. Es ging um Jona, den Hebräer, und um seinen Gott, „den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat“ (Jona 1,9).

Auf Jonas Befehl hin warfen sie ihn ins Meer, und das ungestüme Meer verstummte augenblicklich. Daraufhin kam es zur ersten Bußbewegung auf dem Schiff und zur zweiten im Bauch des Fisches. Gott gab Jona eine zweite Chance.

Jona war mit seiner Droh-Botschaft erst eine Tagereise weit durch Ninive gezogen, da begann die dritte Bußbewegung. Sie war „national“, verbreitete sich wie ein Lauffeuer, eine Erweckung erfasste Klein und Groß bis hin zum König. Gott sah den Ernst der Umkehr und „es reute Ihn“. Die Droh-Botschaft wurde zur Froh-Botschaft. Die Gnadenfrist von 40 Tagen wurde aufgehoben und das Gericht weitere 150 Jahre hinausgeschoben.

Was könnte geschehen, wenn die Gemeinde Jesu durch die Notwendigkeit einer gemeinsamen  Buße vereint, zurückfinden würde zum „Gott der Hebräer“, zu Seinen Geboten und zu Seinem Auftrag, zu warnen und zur Umkehr zu rufen? Dann bräuchten die Männer von Ninive nicht im zukünftigen Gericht als Zeugen gegen uns aufzutreten und uns mit ihrer Umkehrbereitschaft beschämen (vgl. Matth.12,41).

Wir kennen und lieben Gott, unseren Vater, und Seinen Sohn, „Jesus von Nazareth, den König der Juden“, der „mehr ist als Jona“. Er vergibt Sünde, erlässt uns die Schuld, Sein Bußruf ist untrennbar mit der Glückseligkeit des Himmelreichs verbunden.

Schwester Joela Krüger Juni 2018
© Evangelische Marienschwesternschaft e.V. Darmstadt

Schwester Joela Krüger

Wochenimpuls – Geheiligt werde dein Name

Geheiligt werde dein Name

Liebe Beterschaft, hier findet Ihr eine Audio-Datei zu der Nachmittagsveranstaltung am 30. März 2018 bei den Marienschwestern in Darmstadt anlässlich Erev Pessach/ Karfreitag.

Im Vortrag wird ein Lied gespielt, das wir mit freundlicher Genehmigung des Autors/Künstlers verwenden dürfen:

Av Harahamim von Yariv Goldman

Außerdem findet Ihr hier noch ein Lied, das eine Brücke darstellt von 40 Tage Fasten & Gebet für Deutschland, hin zu Gebet & Proklamation für Zion.

Schwester Joela Krüger

Wochenimpuls – Ehre Seines Namens!

BRINGT IHM DIE EHRE SEINES NAMENS!

„Geheiligt werde Dein Name!“ – Weil Jesus diese Bitte allen anderen Bitten im Vaterunser vorangestellt hat, muss sie von besonderer Bedeutung sein – sogar noch wichtiger als die Bitte um das Kommen Seines Reiches und die Vergebung unserer Schuld. Doch in diesem Gebet, das bis heute die unterschiedlichen Richtungen und Traditionen der Christenheit vereint, berührt uns die erste Bitte vielleicht am wenigsten. Ob es damit zu tun hat, dass sie uns mehr als die anderen unmittelbar vor Gottes Heiligkeit stellt? Weiterlesen